Eigene Gedanken

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Unmaß

Morgenröte, Regenbögen, grüne Wälder, bunte Wiesen ­­–
Wunderbare Anblicke, die wir alle gern genießen!
Die Welt der Tiere bezaubernd, ehrlich und rein –
So und nicht anders sollte auch die Welt der Menschen sein!

Doch so viele Menschen nehmen all diese Schönheit nicht mehr wahr
töten die Wälder, Tiere und Menschen sogar!
Der Neid, die Verschwendung, der Hass und die Gier
rauben Einem die Hoffnung schier!

Bald ist nichts mehr übrig von der einst schönen Welt ­–
weil das Leben nichts mehr wert ist, sondern nur noch das Geld!
Von den einst grünen Wäldern, den Tieren und Wiesen,
wird bald nichts mehr da sein, was der Mensch kann genießen!

Alles durch Unmaß und Gier zerstört,
weil der Mensch denkt, dass die Welt allein ihm gehört!
Soviel Leben und Schönheit auf Erden hat er für Geld vergeudet –
Natur, Tiere, andere Menschen und Erde nur ausgebeutet!

Lasst die Umwelt uns retten und uns besinnen,
dann kann endlich die Erde mit der Heilung beginnen!
Es gibt zahllose Gesetze, die oft nur Wenigen nützen –
Hey, ihr Politiker, bringt mal endlich Gesetze heraus, um die Natur und die Tiere zu schützen!

Produkt-Designer der Hersteller stehen besonders in der Pflicht –
seht ihr das Ausmaß eurer Müllproduktion nicht?!
Unmengen Verpackungen, sinnlos und aus Plastik genommen –
schaut doch mal hin, denn diese kommen bereits in Massen aus den Meeren zurück geschwommen!

Achtet doch lieber auf des Produkt’s Qualität,
anstatt ihr mit dem gefährlichem Müll über Leichen geht!
Ihr seid in der Pflicht dagegen etwas zu tun,
anstatt euch im Geldregen auszuruhn!

Wir alle brauchen Einsicht – kein unnützes Zanken,
denn die Erde wird es uns aber Millionen Mal danken!
Nur durch viel Arbeit, Einsicht und auch Beten,
können wir der Katastrophe noch entgegen treten!

Die Erde, wie sie jetzt ist, hat unzählige Beulen –
könnte sie weinen, würde sie lautstark und bitterlich heulen!
Morgenröte, Regenbögen, grüne Wälder, Tiere, bunte Wiesen –
möchten doch alle Generationen nach uns mit Freude auch genießen!

Ein Leben ohne Verschwendung, ehrlich und rein –
So und nicht anders sollte die Welt der Menschen sein!

Jeannette Vogt

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Damien

Früher war ich still. Ich habe nichts gesagt.
Ich habe alle Beleidigungen und Mobbingattacken stillschweigend über mich ergehen lassen. Ich habe alles einfach geschehen lassen.
Ich war sehr schüchtern.
Oft habe ich geweint. Oft hatte ich Angst. Angst vor dem nächsten Schultag.
Angst vor neuen Beleidigungen. Angst vor ihnen.
Ich wollte nicht dort hin.
Oft war ich traurig und habe mich allein gefühlt.
Ich vermisste etwas. Ich vermisste Jemanden.

Heute bin ich stärker als früher. Heute sage ich etwas, wenn sie mich beleidigen oder ärgern. Heute habe ich Freunde, auf die ich mich verlassen kann. Heute habe ich eine beste Freundin, der ich alles anvertrauen kann, die immer ein offenes Ohr für mich hat.
Trotzdem fühle ich mich manchmal allein. Manchmal muss ich einfach weinen.
Wie aus dem nichts muss ich weinen.
Ich vermisse Jemanden. Ich vermisse ihn. Ich habe ihn zwar nie gesehen, trotzdem vermisse ich ihn.

Vor Kurzem wurde mir das erste Mal wirklich bewusst, dass ich ihn kannte. Ich verbrachte vier Monate mit ihm. Vier Monate verbrachte ich mit ihm, bevor er starb.
Ich lernte diese Welt allein kennen. Dank ihm durfte ich leben. Dank ihm konnte ich diese Welt kennenlernen, musste aber bald feststellen, dass diese Welt nicht so wundervoll war, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
Ich frage mich oft, wie es wäre, wenn er leben würde.
Er wäre hier.
Er wäre bei mir, an meiner Seite.
Er wäre für mich da.
Er wäre ein Teil von mir.
Er wäre mein Zwillingsbruder.

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Sehnsucht

Mein Atem
Langsam und schwer
An dich zu denken
Schmerzt so sehr
Ich breche zusammen
Ich kann nicht mehr
Meine einsame Welt
Die nun nichts mehr hält
Vor dem Einsturz
Der mich verändert
Blasse Dunkelheit
In eisigem Rauch
Ich versteck mich davor
Vor der Lüge
Die um mich haucht
Kälte
Die mich erzittern lässt
Jede Träne gefriert sofort
Ich will zu dir
Zu dem fernsten Ort
Wahrheit verblasst
Das Licht verlässt
Mich und dich
In getrennten Welten
Zwischen den Wellen
Alle meine Zellen
Erfrieren im traurigen Schnee
Süße Wärme umspült mich
Und auf einmal
Ich fühl‘ ich dich

Emma Bätzel

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Dort

sitzt du
mir gegenüber
und unsre blicke
treffen sich
nicht wie die parallelen
in der unendlichkeit
nein
sie prallen auf einander
ein funke springt
von dir zu mir
von mir zu dir
und tief im inneren
glimmen längs vergessne flammen auf
ein zartes feuer
frisst sich bis in den bauch
wo schmetterlinge
ihre alten flügel glätten
in dieser wärme
und gleich
mit ihrem tanz beginnen
es wurde zeit

2019

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Deutschland

Ich denke an dich
Das taten vor mir schon viele
In unterschiedlichen Jahrhunderten
In verschiedenen Gesellschaften
Und immer klang Sorge mit
Sorge um unser Land
Das sich vom Größenwahn nicht lösen kann
In dem sich das Denken
Wir wären etwas Besseres
So hartnäckig hält

Sie sitzen in den Startlöchern
Die Nachkommen der Räuber
Die unsere Väter waren
Sie brachten der Welt den Krieg
Und Not und Tod und Verderben
Und leugnen heute alles
Was man nicht leugnen darf
Weil es so grausam war

Wir glaubten
Dass die Nacht
Die damals über Deutschland kam
Längst überwunden wäre
Und dass es hell wird in den Köpfen
Doch nein
Der blasse Traum zerschellte
An einer Herrschaft voller Schwäche
Die keine Grenzen setzen wollte
Im Denken dieser Gestrigen
Und sich nicht einig war
Und Feinde dort sah
Wo keine Feinde sind

Die alten Weisen klingen gar nicht gut
Es drohen Not und Tod und Krieg
Und Diktatur der Dummheit
Ohne Skrupel und Gewissen
Und später hat man das doch nicht gewollt
Und später hatte jeder nur seine Pflicht erfüllt
Und später war es niemand je gewesen

Deutschland
Ich habe Angst

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