Erlebnisse

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Karibikurlaub

Leise dreht ein Windvogel seinen Flug
Weit schwingend mit der Möwe im Azur
Das glasklare Wasser spiegelt lieblich
Das Lachen der Menschen zum Himmel

Unscheinbar vereint sich Sonne und Meer
Kreisend zu einer grünblauen Masse
Wunderbar mit der Musik des Lebens
Verbinden sich träumend alle Sinne

Das Paradies erlaubt keine Trauer
Luftige Fröhlichkeit umschwebt das Sein
Während glücklich auf Zeit die Sonne scheint
Brennt schmerzlich das Salz auf gebräunter Haut

Karin Hotek

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Sachen gibt’s, die gibt’s gar nich – un doch

Es begab sich im August 2001 besser gesagt am 18ten abends so bei sechsen.

Wir hatten da auf der Alm einen, nejer sagen me ma mittelmäßigen Geschäftsgang und der Abend dämmerte so allmählich über dn Wald, ein paar Gäste hatten noch ihren Spaß.

Da geht de Tür auf un es kommt en Bekannter von mir mit seiner Frau und unschwer zu erkennen wohl Schwiegersohn, Tochter und zwei kleine Qixer (Kinderchen).

Hallo Langer – lange nich gesehn, wir wollten mal bei Euch Abendbrot machen un außerdem wollt ich meinem Schwiegersohn ma deine Alm zeigen. Ja grüßt Euch und das übliche Prozetere – der Schwiegersohn schien sehr interessiert und grüßte mit Grüß Gott. Am Slang unschwer e Bayer oder so. Nun dies und jenes, wir kannten uns aus jagdlichem Miteinander, Bestellung und so fort. Der Schwiegersohn war in gediegener Tracht, sein Weibel au un de Keng au eaweng so. Auf einma musste er mal zur Toilette worauf die Gunst nutzte und meinen Freund nach der Herkunft des jungen Mannes fragte.

Ja sagte der, iss en Bayer aus eso en ganz kleinen Nest in der Nähe vom Chiemsee. So sag ich, in der Nähe vom Chiemsee – von wo en nun da. Aoch, bloß en kleines Dörfchen bei Aschau. Oh, denk ich, Dörfchen bei Aschau – wie heißtn das Nest?

Sachrang sagt der, ich sag, was Sachehang, da wo der Müllner Peter her stammt?

Mein Freund wußt erseht ma nüscht mit dem Kerln anzufangen.

Indes kam der Schwiegersohn vom Abtritt – sichtlich gelöst, hockt sich hin un ich gleich dran. Du, sag ich biste Bayer – er, ja – ich, von Sachrang, er – ja was weistn Du.

Ja, sag ich, ich hab da en Buch über den Müllner Peter un en Film dazu hab ich me au angeguckt. Also, sagt er – was weistn Du da – mit dem Film das weis ich au aber e Buch gibt’s da nich, das müßt ich wissen. Ich rum, das Buch geholt da hat den fast der Schlag gerührt. Dös gibt’s ja net, dös woaß i nit eamal. In dem Haus, im Müllner sein Bett bin ich geboren das Grundstück gehört ja meiner Familie.

Nun muß man verstehen, Müllner Peter war ein ganz besonderer Mensch dort.

Er war Doktor, er war Komponist, er war der Pflanzenwelt und derer Nutzung mächtig, war Müller, Musikant und vielfältiger Gelehrter um 1800 herum, eventuell vergleichbar mit unserem Siewicher Johannes Dicel. Nur haben die Bayern besser aufgepasst und ihre Geschicht tiefgründig in die Neuzeit getragen.

Also, nun wars passiert, das Unglaubliche.

Die kommen auf de Alm zu Besuch un ich kenn en Gutteil der Geschichte vom Schwiegersohn.

S kommt noch besser.

Der, das Buch her un nein geguckt und entdeckt tatsächlich das Bett in dem er geboren wurde, völlig aufgelöst sagt er noch – un dao haot no ea oida Bauernschrank gestandn, dao woarn meine Windln drinnen worauf ich sag: Schau auf die Rückseite, da iss au der Schrank.

Ich hab gedacht, der Mann kriegten Feitstanz, völlig aufgelöst, überfordert aus der Situation den Tränen nahe.

Was soll ich sagen: Volksmusik hat er auch noch gemacht, das war wie der A… aufm Eimer, wir sind uns heut noch gut und besuchen uns ab und an.

Iss das nich der Hammer?

Das war „Wiedervereinigung“ von Feinsten.

Euer Geißalmwirt

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Erinnerungen an ein Erlebnis im Herbst

An trüben Wintertagen mit Glatteis, wenn ich lieber die Wohnung nicht verlasse, krame ich in Erinnerungen, schaue mir alte Fotos an und habe auch im Computer eine ganze Auswahl von Erlebnis-Fotos, die ich immer wieder gern betrachte. Da kam mir die schöne Erinnerung an ein Erlebnis im Herbst.

In der Zeitung hatte ich von Draisine-Fahrten im Eichsfeld gelesen und irgendwie reizte mich das, auf einer alten Bahnstrecke mit einer Draisine die Gegend zu erkunden. Ich sprach mit meiner Tochter darüber, diese mit ihrem Bruder. Und er nahm das gleich in Angriff, telefonierte mit allen Geschwistern, wer mitmachen würde. Da kam ein kleines Familientreffen zustande. Mein Sohn   organisierte für einen Samstag im Herbst drei Draisinen für je 5 Personen und wir trafen uns morgens gegen 9 Uhr in Lengenfeld unterm Stein am ehemaligen Bahnhof der sogenannten Kanonenbahn. Zwei Enkel mit zwei Urenkeln fehlten noch, riefen aber an, dass es mit den Kindern unterwegs wegen Übelkeit Schwierigkeiten gab und sie etwas später kämen. Inzwischen teilte mein Sohn die Besetzung der Draisinen ein, immer zwei zum Treten und drei, die mitfahren durften. Die erste Draisine besetzte meine Schwester und ich sowie eine Enkelin, zum Treten erklärten sich Tochter und Schwiegersohn bereit. Es war 9 Uhr und wir sollten ruhig losfahren, die übrigen Teilnehmer wollten auf die Nachzügler warten. Die Enkelin holte noch ein Plaid aus dem Auto für meine Schwester und mich, das wir uns über die Beine legten. Es war noch ein wenig frisch, wenn auch die Sonne schon hervor lugte. Die Fahrt begann und nach wenigen Minuten waren wir auf dem großen Viadukt von Lengenfeld über dem Tal der Frieda, welches 244 m lang und 24 m hoch ist. Auf meinem Wunsch hin hielten wir an und betrachteten in Ruhe die Gegend. Wir sahen bei der Weiterfahrt neben der Bahnstrecke einen Wanderweg, auf dem eine junge Frau mit ihrem Hund spazierte. Es ging zügig weiter und bald hatten wir wieder die vor uns fahrende Siebender-Draisine eingeholt. Muntere Zurufe gingen hin und her und meine Tochter sagte: „Oh lala, die trinken Sekt“. Wir wurden aufgefordert, einen Becher zu reichen und bekamen ihn mit Sekt gefüllt zurück. Lustig ging die Fahrt weiter, der erste Tunnel (Entenbergtunnel, 288 m lang) kam in Sicht. Die vor uns fahrende lustige Gesellschaft wollte pausieren, hob ihre Draisine aus den Schienen und setzte sich zu einem Picknick nieder. Wir fuhren wieder weiter und bald kam der Haltepunkt Großbartloff in Sicht. Wir hielten wieder an und die übrigen Familienmitglieder tauchten auf. Da gings dann gemeinsam weiter. Es kam auch gleich der nächste Tunnel, der Heiligenbergtunnel mit einer Länge von 198 m. Unsere fleißigen Treter kamen ganz schön ins Schwitzen und wechselten mit der Enkelin ab.

Die Strecke führte durch schöne Natur, von den Haltepunkt Rottenbach, Effelder u.a. ist nicht mehr viel zu sehen. 155 m ging es durch den Mühlenbergtunnel zum ehemaligen Haltepunkt Luttergrund, wo im Tal das Flüsschen Lutter rauscht. Der letzte Tunnel auf unserer Strecke war der 1.530 m lange Küllstedter Tunnel mit seinem burgartigen, imposanten Westportal. Es war recht kühl, nur 8 Grad und wir frösteln bei der Durchfahrt ein bisschen. Aber nach nur einem Kilometer war der vorläufige Endpunkt der Draisinenstrecke am Bahnhof Küllstedt erreicht. Wir stiegen aus und auf einer kleinen Drehscheibe musste man die Draisine drehen und etwas zurück schieben, um den Nachkommenden Platz zu machen. Bis 12 Uhr war nun eine Ruhepause. Die Urenkel konnten sich auf dem Spielplatz vergnügen, im Gasthof konnte man essen und trinken. Auch die Pferde auf der Koppel wurden mit Zuckerrüben gefüttert und waren ein Erlebnis für die Kleinen.

Um 12 Uhr wurden die Draisinen wieder bestiegen und die Fahrt zurück begann. Die 124 m Höhenunterschied, die unsere fleißigen Treter geschafft hatten, gings nun abwärts zum Ausgangspunkt und ab und zu musste sogar gebremst werden. Die Streckenlänge beträgt hin und zurück 26 Kilometer. Es war ein wunderschönes Herbsterlebnis.

Von Gerda Quentel

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Das Alter – und die Erinnerungen

Mit 91 Jahren finde ich das Leben noch immer lebenswert und schön. Mein Motto ist: „Muss ich auch langsam gehen, manchmal beiseite stehen, trotz allem ist das Alter schön“. Es ist der Refrain eines Liedes, welches wir im Senioren-Singkreis singen und in Alters- und Pflegeheime, auch ins Hospiz etwas Abwechslung und Freude bringen wollen.

Aber wunderbar sind die Erinnerungen an all das Schöne und Gute im Leben und gerade jetzt, da ich in der Zeitung las, dass ein Weimaraner die Eiger-Nordwand in 2 Tagen bestiegen hat, musste ich an meine schönen Bergerlebnisse denken und möchte von meinem größten Bergerlebnis berichten.

Seit meiner Jugend träumte ich von den Alpen, war auch im Deutschen Alpenverein eingetreten, aber durch Krieg, dann DDR, nie in die Alpen gekommen. Erst als Rentnerin und mit etwas angespartem Westgeld fand ich durch eine Stuttgarter Freundin zu einer Senioren-Bergsteiger-Gruppe als einzige Ostdeutsche und der Bergsteiger-Pfarrer ermöglichte es mir jedes Jahr mitzukommen. Da hatte ich meine ersten Gipfelerlebnisse so bei 3000 m, lernte das Gehen im Fels und auf Gletschern am Seil.

Mein größtes und schönstes Erlebnis hatte ich mit 66 Jahren. Im Berner Oberland waren wir in einem evangelischen Heim in Grindelwald. Auf dem Plan stand u.a. eine Bergtour vom Jungfrauenjoch aus, aber das Wetter spielte anfangs nicht so recht mit. Endlich, Mitte der Woche, konnte es losgehen und wir fuhren von Grindelwald zur Kleinen Scheidegg. Da hatte ich sie ganz dicht vor mir: Eiger (3.970 m), Mönch (4.099 m) und Jungfrau (4.158 m). Die Jungfraubahn brachte uns dann zur höchsten Eisenbahnstation Europas (3.454 m). Zweimal hielt die Bahn im Berg und man konnte durch große Fenster hinabschauen zur Kleinen Scheidegg, dann aufs Eismeer.

Natürlich ist auf dem Jungfraujoch der Touristenrummel groß, aber wir machten uns bald auf zum Mönchsjoch, wo sich unsere Gruppe teilte. Es war sehr kalt, der Wind pfiff und die, die nicht mit wollten, gingen zur Mönchsjochhütte. Zwei Seilschaften unter Führung von Hermann, unserem Pfarrer und Matthias, der bergerfahren war, stiegen wir 300 m hinab auf den Gletscher, über den es dann 2 Stunden lang ging. Ringsum alles Schnee und Eis. Bei jedem Schritt sackten wir im tiefen Neuschnee ein, es war sehr anstrengend. Als wir am Fuß des Walcherhorns ankamen, entschlossen sich einige umzukehren. So gingen aus unserer Seilschaft einige heraus und andere kamen dazu.

Ich fragte Matthias, ob ich mitgehen solle. Er meinte: „Da musst Du wissen, jetzt wird’s Stress“. Da ich zögerte, machte er mir Mut und sagte: „Wenn es jemand nicht schafft, kehren wir alle um!“. Ich ging also mit und so waren wir zu sechst. Ich ging als Zweite, direkt hinter Matthias am Seil. Und immer, wenn ich dachte, es geht nicht mehr, zwang ich mich zu noch 20 Schritten und bat dann um eine Pause. Auf dem Eispickel gestützt und tief durchatmen, auch trinken, dann ging es weiter. Auf halber Höhe fragte ich einmal: „Wer ist eigentlich in unserer Seilschaft?“. Man konnte das ja kaum erkennen, da jeder dick eingemummelt war und alle Schneebrillen aufhatten. Da waren es außer Matthias und mir noch vier Bergkameraden, ich also die einzige Frau. Später sagten mir alle, meine Pausen wären total richtig gewesen. Diese Tour war auch bei den anderen bis an die Leistungsgrenze gegangen. Unterwegs sackte Matthias bis zur Brust in ein tiefes Schneeloch ein, aus dem er wieder herauskrabbeln musste. Ich versuchte, das Loch zu umgehen, sackte aber ebenfalls ein und es kostete Kraft, herauszukommen. Jeder wollte das Loch weiter umgehen, aber alle ereilte das gleiche Schicksal. Endlich hatten wir es überwunden – und dann erreichten wir auch alle gemeinsam den Gipfel des Walcherhorns (3.692 m). Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, solch ein Ziel zu erreichen. Wir gratulierten uns gegenseitig und dann standen wir und schauten – Gipfel über Gipfel, Gletscher, Schnee, Eis, tief drunter sahen wir Grindelwald. Unser Blick ging hinüber zum First, wo wir am ersten Tag unsere Eingehtour gemacht hatten. Ich mochte kaum essen, mur trinken, trinken, übrigens bei allen Bergtouren. Matthias erklärte uns, dass das Trinken auch ganz wichtig sei, damit die Lunge nicht austrocknet. Nun mussten wir an den Rückweg denken.

Vom Walcherhorn hinab auf den Gletscher ging es auch sehr schnell und gut, dann der Weg über den Gletscher. Der Himmel verdunkelte sich, hoffentlich würde es keinen Schneesturm geben! Aber es fielen nur ein paar Flöckchen und wir erreichten den Aufstieg zum Mönchsjoch und da erwartete uns schon Hermann, unser Leiter. Er nahm mir gleich den Rucksack ab und mahnte zur Eile, damit wir noch die letzte Bahn vom Jungfrau-Bahnhof nach der Kleinen Scheidegg und von da nach Grindelwald erreichten. Im Heim hatte er schon angerufen, dass wir später kämen. Das war eine freudige Rückkehr – wir wurden auch dementsprechend empfangen. Die Gruppe hatte sich um uns herum versammelt und klatschte Beifall. Wir bekamen noch unser schönes Abendessen und ließen die Erlebnis vor dem Einschlafen nochmal Revue passieren.

Von Gerda Quentel

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Insel des Frühlings, Blumeninsel

So hörte ich, nennt man Madeira auch, als mein Bruder eine Reise für uns Beide dorthin gebucht hatte. Am 02.02. war es dann soweit und mein guter Sohn und die Schwiegertochter holten mich um 1.00 Uhr (– 16 Grad) mit dem Auto ab, holten in Weimar noch meinen Bruder und wir flogen von Nürnberg in 4 Stunden nach Funchal (+ 15 Grad), Hauptstadt der Vulkaninsel, die nicht sehr groß ist. Das Klima ist subtropisch. Die Länge der Insel beträgt ca. 60 km, die Breite 23 km, der Gesamtumfang 150 km. Man kann in einer Woche, die man dort verbringt, Vieles sehen.

So hatten wir am ersten Tag eine Stadtrundfahrt in Funchal, besuchten die Kathedrale und lernten in einer Weinkellerei Wissenswertes über die Herstellung des Madeira-Weines kennen, natürlich mit Kostproben. Danach waren wir noch in einer Manufaktur wo wir die berühmte Stickereikunst Madeiras kennen lernten. In der Freizeit besuchten wir die Markthalle, in der es ein Überangebot von Südfrüchten gab. Auch eine große Fischabteilung war da, wo auch der Schwarze Degenfisch, eine Spezialität der madeirischen Küche, verkauft wird. Dieser Fisch ist nicht leicht zu fangen, lebt in 800 bis 1.000 m Tiefe und lange Leinen werden in die Tiefe gelassen. Der Fisch ist durch den Druckunterschied sofort tot, werden die Leinen hochgeholt. Wir haben die Spezialität mit gebratenen Bananen und Maiswürfeln probiert, schmeckte ganz toll. Auf der Insel ist es warm, viele Blumen blühen, die Strelicia, Wahrzeichen Madeiras, das ganze Jahr über. Will man alle Blüten sehen, muss man ein Jahr auf der Insel bleiben, meinte unsere portugiesische Reiseleiterin. Aber auch im Februar, dem kältesten Monat dort, konnten wir ganze Hänge mit blühenden Callas sehen, Bougainvilleas, Hibiskus und viele Blüten, deren Namen ich vergessen habe.

Am nächsten Tag ging es mit dem Bus steil hoch nach Monte. Wir besuchten die Wallfahrtskirche und dann erlebten wir die Attraktion dort, eine Korbschlittenfahrt mit ziemlichen Tempo, 2 Kilometer hinunter, wo unser Bus wartete. Die Straßen sind sehr steil und es ging noch höher hinauf, immer wieder herrliche Ausblicke, ins Nonnental. An einer Gaststätte stiegen wir aus und gingen hoch hinauf zu einem Aussichtspunkt. Wir probierten dann die dort übliche Kastaniensuppe, die ich zum ersten Mal aß und sehr gut schmeckte.

Ein weiterer Halbtagsausflug brachte uns zu den berühmten Levadas. Levadas sind die künstlichen Wasserläufe, an denen schmale Pfade entlang führten. 1.400 km hat die Insel davon, die auch teilweise durch Tunnel führen. Sie sind die Lebensadern Madeiras, dienen zur Bewässerung der Landwirtschaft. Im Paradiestal wanderten wir 2km entlang der Levada da Serra do Faial, der Bus erwartete uns und wir konnten einsteigen, während andere Teilnehmer nochmals 4 km weiter entlang der Levada wanderten. Wir gingen Ihnen dann  vom anderen Ende, da unser Bus hielt, entgegen und sahen auch die typische Vegetation von Lorbeerwäldern und Eykalyptus.

Zwei Ganztagsausflüge machten wir in den Osten und in den Norden der Insel. Bei der Osttour waren wir auf dem dritthöchsten Berg, dem Pico do Ariero (1.818 m), der seit 2011 eine Radarstation trägt. Wir gingen hinauf zum Gipfel, es war ganz schön kalt (0 Grad, sehr starker Wind), aber herrliche Aussicht. Überhaupt war es auf der Insel sehr windig, die kurzärmeligen Sachen habe ich gar nicht angezogen. Es gibt auch keine Heizung in den Häusern und im Hotel war es oft sehr frisch, sodass wir uns sehr warm anzogen und ins Bett krochen.

Bei der Nordtour ging es über eine Hochebene, die an den meisten Tagen des Jahres in dichtem Nebel liegt. Auch wir fuhren durch Nebel und hatten von dort gar keine Aussicht. Der Norden mit der Stadt Porta Moniz ist viel rauer, auch hier kleine Stadtrundfahrt und Freizeit mit Mittagessen (Fisch), mein Bruder fotografierte viel.

Ein sehr schönes Erlebnis war unsere Katamaran-Fahrt auf dem Atlantik, wo wir viele Delphine beobachteten. Das hatte uns mein Sohn, der schon einen Urlaub auf der Insel verlebte, empfohlen. Es gibt auch einen Nachbau des Kolumbus-Schiffes, welches mit ca. 100 Personen fährt, aber da sei die Möglichkeit Delphine zu sehen, nicht so groß. Wir hatten das am freien Tag gebucht und sind nach den 3 Stunden auf dem Meer mit der Seilbahn nach Monte gefahren, wo wir noch den Tropical Garden besuchten.

Viel zu schnell war die Woche um und als wir am 09.02 um 19.30 Uhr in Nürnberg landeten, holten uns meine lieben Kinder aus Jena (Tochter und Schwiegersohn) ab zu einer nicht ganz schönen Nachtfahrt mit teils dichtem Schneetreiben. Um Mitternacht war ich wieder zu Hause.

Von Gerda Quentel

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Marie und das Fräulein von der Brandenburg

Marie war ein Mädchen mit kupferfarbenen, gewellten, langen Haaren. Ihre blauen Augen strahlten, wenn sie lachte und ihr kirschroter Mund hob sich von ihrer blassen Haut ab. Sie hatte eine unbeschwerte Kindheit, wuchs mit vielen Tieren auf einem Bauernhof auf. Sie liebte sie. Doch als sie 18 Jahre alt war, tat sie etwas, was ihrer Jugend schadete. Sie fing an, sich für verbotene Dinge zu interessieren. Es war der Okkultismus, der ihre Seele in den Bann zog. Sie hätte lieber nicht zur Wahrsagerin gehen sollen, auch das Tischerücken (Geisterbefragung) war nicht gut für sie, ebenso die Telepathie. Von dieser Zeit an erblickte Marie, als sie im Bett lag, einmal eine riesengroße Hand an der Zimmerdecke, die sich auf sie zu bewegte. Doch in jenem Moment, als sie von Furcht ergriffen, verschwand die Hand. Auch zog irgendetwas an der Bettdecke, was nicht zu erkennen war. Krampfhaft hielt Marie die Decke fest.

Eines Tages sah Marie im Fernsehen einen Jesus-Film. Ihr war, als riefe sie Christus zu sich. Sie spürte, das ER es war, den sie schon lange suchte und öffnete in Gedanken ihr Herz für ihn. Seine Worte berührten ihre Seele, sie las die Bibel. Je mehr Marie darin las, umso stärker wurde der Glaube an Jesus, ihrem Erretter. Er befreite sie von Satan, denn es war des Teufels Hand, die sie einst an der Decke gesehen und ihr Furcht einflößte. Mit Christus im Herzen wurde Maries Seele froh, doch der Dämon gab keine Ruhe. Als sie frühs ins Bad ging, um sich zu waschen, hörte Marie eine grauenerregende Stimme aus einer Ecke des Badezimmers. Doch es störte sie nicht. Sie sagte sich, ich gehöre dem Heiland und die grässliche Stimme verstummte. Gesehen hatte sie nichts.

Eines Abends, als Marie in das Schlafzimmer ging und die Türe schließen wollte, drückte ein unsichtbares Etwas dagegen. Marie strengte sich an, die Türe zu schließen. Doch sie wusste, das „Böse“ wollte ihr Angst machen. Von jenem Unsichtbaren bekam sie eine Ohrfeige, doch am Hals. Sie hatte sich auf den Bauch gelegt. Der Teufel war voller Wut, daß er eine Seele verloren hatte. Marie erschrak nicht, sie gehörte Jesus Christus. Er beschützte sie.

Eines Tages starb Maries Oma. Marie schmückte die Urne mit einem Kettchen woran ein Kreuzchen hing. Nach der Urnenbeisetzung erschien ihre Oma als junge Frau mit einem weißen Kopftuch als helle, durchsichtige Gestalt. Sie lächelte Marie an und löste sich vor ihren Augen auf. Marie kannte ihre Oma als junge Frau von Fotos. Sie wusste auch, ihre Oma trug ein weißes Kopftuch, wenn sie auf dem Feld arbeitete.

Jahre vergingen. Jesus, ihr Herr, verließ Marie nicht. Doch eines Morgens, sie war gerade von der Nachtschicht nach Hause gekommen, legte sich schlafen. Da bemerkte Marie, dass etwas auf ihrer Bettdecke drückte. Sie wollte einschlafen, aber immer wieder war dieser Druck da, der sie störte. Als sie ihre Augen öffnete, erblickte sie eine durchsichtige graue Gestalt, nicht größer als ein Zwerg, in Mönchskleidung. Da Marie nicht wusste, dass es ein Bote Gottes war, betete sie in ihrer Angst zu Jesus Christus. Aber jedes Mal, wenn sie zu dieser Gestalt sah, war sie immer noch da. Marie betete weiter. Mitten im Gebet bemerkte sie, wie jene Erscheinung über sie hinweg stieg, ohne sie zu berühren. In ihrer Neugierde blickte Marie ihr nach und gewahrte ein Bein auf dem Doppelbett, das andere auf dem Fensterbrett. Die Erscheinung sah nicht mehr grau aus, sondern rosa und verschwand allmählich. „Wer war jene Erscheinung?“, fragte sich Marie. „Erstrahlen nicht die Engel in einem weißen Licht?“ Später erfuhr sie von einer Frau, die Engel sah, dass jene graue Gestalt ein Bote Gottes war. Doch was wollte er ihr damals sagen? Marie fragte sich dies und bat ihn wieder zu kommen. Doch er kam nicht. Marie ließ es, denn man soll nicht zu Engeln beten.

Eines Tages wurde Marie schwer krank. Während der Operation sah Marie ein großes leuchtendes Licht, welches einem Tunnel ähnelte. Darin stand eine Lichtgestalt. Marie wollte zu ihr, doch es gelang ihr nicht. Es war ein Engel, der die Operation segnete. Sie sollte gelingen. Viele Christen hatten für Marie gebetet. Der Engel wachte über sie.

Eines Abends, Marie schaute gerade Gruseliges im Fernsehen, was sie eigentlich nicht durfte. Ein Sprichwort lautet: „Pflückt man nicht gerade verbotene Früchte gerne?“ Jedenfalls gruselte sich Marie so sehr, dass sie einen anderen Sender suchte, auf dem sie schöne Musik empfing, welche ihr ein ruhiges Herz gab. Plötzlich erstrahlte ein helles Licht neben ihr. In jenem Licht erschien ein Engel, wenn Marie ihn auch nicht vollkommen zu sehen bekam, nur einen Teil von ihm. Es war Maries Schutzengel. Er war erschienen, um sie zu trösten, ihr zu sagen, ich bin bei dir. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Schaue nichts, was dir schadet. Das, was Marie sah, war wunderschön. Ein zartes, durchsichtiges Wesen.

Diese Geschichte sagt uns, geht Satan aus dem Weg, sucht Jesus Christus. „Suchet, so werdet ihr finden:“ Diese Erfahrungen der Marie sind meine wahren Begebenheiten. (Ich musste mich schützen, deshalb schrieb ich, andere Menschen) Diese Erscheinungen, von denen Marie erzählte, waren keine Halluzinationen, denn eine Halluzination ist nicht mehr als ein Wimpernschlag vor den Augen, nicht neben den Augen des Betrachters. Diese Erscheinungen waren länger zugegen und zum Teil spürbar. Wie zum Beispiel die graue Gestalt in Mönchskleidung. Sie war bei jedem Anblick noch anwesend, machte sich bemerkbar. Mir sagte einmal eine Frau: „Ein Engel erscheint in Augenhöhe des Betrachters.“ Marie erzählte, ihre Erscheinungen würden ca. alle 7-9 Jahre von Gott zu ihr gesandt werden. Anders konnte sie sich dies alles nicht erklären, denn sie hatte zu Jesus Christus gefunden. „Nehmt euch vor Satan in Acht. Er erscheint auch als Engel des Lichtes, um die Menschen zu verwirren.“

Marie erzählte, sie habe auch Kinder. Als sie Babys waren, hätte sie bald eines verloren. Sie liebte ihre Kinder mehr als ihr Leben. Wenn es ihr möglich war, beschützte sie sie. Eines Tages war es ihr, als würde sie von einer unbekannten Macht gelenkt, aus dem Fenster zu sehen. Ihre Nachbarin gegenüber blickte sie an und zeigt mit dem Finger nach oben. Marie begriff, irgendetwas furchtbares passierte bei ihren Kindern. Sie rannte die Treppe hinauf und öffnete die Türe zum Schlafzimmer. Eines ihrer Babys schaute zur wehenden, es lockenden Gardine. Ihr Kind wollte sich gerade an einer Kommode hochziehen, um dorthin zu gelangen. In ihrer Angst ergriff Marie ihr Kind, legte es ins Bettchen und schloss das Fenster. Sie sah nicht die graue Gestalt, die ihr Kind geweckt hatte, um es zum offenen Fenster zu locken. Der Dämon wollte Maries Kind töten, um auch sie zu vernichten. Der Schutzengel ihres Kindes hatte Marie und ihre Nachbarin gerufen. Ihre Nachbarin erzählte ihr von einem grauen Schatten, den sie hinter dem offenen Fenster gesehen. Marie fragte sich, wieso es möglich war, dass ihr Kind aus dem Bett klettern konnte. Es lief noch nicht, hatte einen Schlafsack an. In Zukunft wurde nur noch das kleinere obere Fenster ausgehangen. Marie erzählte nicht mehr von ihren Kindern. In Gottes Schutz wurden sie erwachsen.

Hiermit beende ich die Erzählung. Denn was Marie weiter erlebte, bleibt mir vorenthalten.

Einige Zeit war vergangen, als ich einiges von Marie erfuhr. Marie stand vor einem mit Blumen geschmückten Fenster, welche auf einem Fenstersims standen. Sie sah hinaus, sie betete für Menschen um himmlische Errettung. In jenem Augenblick erleuchtete ein Lichtstrahl die Erde, der aus dem Himmel zu kommen schien. In jenem hellen Schein erschien eine weiße durchsichtige Gestalt, die sich Marie näherte. Marie starrte sie an, sie hatte schon so manches Seltsames zu sehen bekommen. „Marie, Marie“, bat die Erscheinung, „hilf mir meine Tochter zu finden. Sie befindet sich in einem Wald unterhalb der Burg.“ Damit zeigte sie mit dem Finger in Richtung der Burgruine Brandenburg. „Bitte helfe meiner Tochter endlich Frieden zu finden. Gehe mit mir zu ihr und bete für sie. Auf das sie erlöst werde von dem unheimlichen Ort. Schon hunderte von Jahren ist sie an diesem schrecklichen Ort gebannt.“ Marie überlegte, „ich werde dich zu deiner Tochter begleiten, sie soll endlich glücklich werden.“ Sie öffnete die Türe und ging mit der weißen Frau. Konnte Marie ihr vertrauen?

Unheimlich war der Wald vor der Burgruine. Der Wind fuhr pfeifend durch die Äste der Bäume, die Zweige peitschten sich gegenseitig. Der Ruf eines Käuzchens erklang in der Luft. Böse sahen mehrere Augenpaare auf die zwei Frauen. Ein Wispern ließ sich vernehmen. Dunkle Schatten huschten an ihnen vorüber. Majestätisch ragte die Burgruine Brandenburg oberhalb der Bäume empor. Marie erschauderte. In ihrer Angst schrie sie Gott um Beistand an. Die weiße Frau indessen rief ihre Tochter. Mehrmals rief sie, sie dabei suchend. Sie störte sich nicht an den grässlichen Wesen, die sie böse anschauten. Marie lief durch den Wald an den Bäumen und Sträuchern vorbei, in Richtung Brandenburg, von den Blicken der Kreaturen verfolgt. Der fauchende Wind floh vor den Sonnenstrahlen, die hinter den Wolken hervor kamen. In den Strahlen der Sonne wiegten sich rosafarbene Blumen, welche am Wegesrand standen. Die gespenstischen Wesen waren verschwunden. Marie lief über Wurzelwerk, steile Wege entlang. Endlich hatte sie die Burg erreicht. Die Türme der Ruine leuchteten im Glanz der Sonne. Noch wenige Schritte, sie befand sich auf dem Burghof. Die Weiße Frau erwartete sie bereits. Jene rief klagend ihre Tochter. Marie sah sich auf den Burgruinen und Umgebung um. Wo war das Mädchen? Sollte ihre Mühe umsonst sein? Sie lief zum Burghof zurück. Es war eine unheimliche Ruhe. Jene Stille wurde von feinen Tönen gestört, die in der Luft vibrierten. Es waren Elfen, welche über duftende Blumen huschten und zu einer herrlichen Musik tanzten. Ihre zarten Flügel glitzerten im Sonnenschein. Marie lauschte den wunderbaren Klängen. „Wir sind die Gespielinnen des Burgfräuleins, die du suchst“, lachten sie, „sie ist nicht hier“, erklang es. Es waren liebliche Stimmen, die in der Luft zu erzittern schienen. Aus der Ferne drang ein Geräusch zur Burg. Es hörte sich wie Pferdegetrampel an. Es kam immer näher. Marie sah über die Burgmauer. Sie erblickte ein wunderschönes weißes Roß, auf dem eine weiß gekleidete Jungfrau saß. Das Pferd stürmte den Burgwall entlang, der vor der Ruine lag. Es dauerte nicht lange und das Mädchen ritt durch das Burgtor auf den Hof, in Richtung Marie. Marie zeigte keine Furcht. Die Jungfrau lächelte sie an, ging jedoch auf die Elfen zu. Jene begrüßten sie, indem sie sie fliegend umkreisten. Blumen schmückten des Mädchens Haare. Sie sagte etwas zu den Elfen. Die Füße des Mädchens berührten kaum den Bode, sie schwebte. Eine Elfe setzte sich gleich einem Schmetterling auf ihre Hand. War dies das Burgfräulein, fragte sich in Gedanken Marie und beobachtete sie. Das Fräulein stieg auf ihr Roß, blickte Marie traurig an: „Es ist mir nicht vergönnt, länger bei den lieblichen Elfen zu weilen. Doch bevor ich gehe, werde ich dir etwas zeigen. Schließe deine Augen.“ Marie tat, wie gewünscht. Vor ihren Augen öffnete sich eine wundersame Welt. Die Brandenburg stand in ihrer ganzen Schönheit vor ihr, von den Ruinen war nichts mehr zu sehen. Edelfräuleins und Ritter spazierten Hand in Hand über die Wiese vor dem Burghügel. Ritterkämpf wurden veranstaltet, doch nur zum Schein. Kein Mensch sollte verletzt werden und dies war richtig. In den Zweigen der Bäume saßen bunt gefiederte Vögel, sie zwitscherten wundervolle Weisen. Marie öffnete ihre Augen. Sie erblickte die jetzige Welt. Vor ihr verwandelte sich das weiße Pferd in ein schwarzes Roß. Seine Augen glühten, aus den Nüstern loderte feuriger Atem. Es blickte Marie böse an, scharrte mit den Hufen, bäumte sich auf und stürmte mitseiner Reiterin davon, dem Walde zu. Die weiße Frau war verschwunden. Schon beim Anblick des wütenden Hengstes flohen die Elfen durch ein Tor aus Licht, was sich vor ihnen auftat, in ihre Feenwelt. Marie sah ihnen nach. Das Licht-Tor verschwand.

Suchend lief Marie den Weg von der Burg hinab, abermals durch den düsteren Wald. Die Windsbraut brauste durch das Geäst der Bäume, sodass die Zweige kackten. „Kehr um, kehr um!“ ertönte ihre Stimme. Marie achtete nicht darauf. Nach einer Weile erschien ein Mädchen mit einem jungen Mann. Beide waren durchsichtig, wie in weißem, Nebel eingehüllt. Die hellen Haare des Mädchens wurden durch einen Blumenkranz geschmückt. „Erlöse uns, erlöse uns“ bat sie. Dabei sahen beide Marie bittend an. „Ich kann euch nicht erlösen, ich kann nur für euch beten.“ Marie erkannte das Mädchen als jene Gestalt, die ihr auf der Burg begegnete. Flüsternd sprach das Mädchen: „Ich lebte als Edelfräulein in dieser Burg. Viele Ritter warben um mich, sie wollten mich zur Frau. Doch keiner war mir gut genug. Da verfluchte mich ein Edelmann, den ich ablehnte. Ich solle auf dieser Burg und dem angrenzenden Wald in aller Ewigkeit als ruheloser Geist umher irren. Als ich eines Tages einsam starb, fand ich mich in diesem Wald wieder. Seltsame Wesen bewachen mich.“ Ihre Stimme klang wie das Säuseln des Windes. „Als ich alleine im Wald war, begegnete mir dieser junge Mann. Es verliebte sich in mich, obwohl ich schon ein Geistwesen war. Er gab sein Leben für mich, als er gegen die unheimlichen Kreaturen kämpfte. Seitdem ist auch er gefangen in diesem Wald und der Burgruine. Er ist mein Beschützer, ich liebe ihn. Es wird bald dunkel. Dann kommen die gräßlichen Wesen. Bitte beeile dich.“ Marie zeigte keine Angst. Sie betete inbrünstig gen Himmel um Erlösung für die beiden gefangenen Seelen. Heulend fuhr der Wind durch die Bäume, als wenn der „wilde Jäger mit seiner Geisterschar“ hinter ihm her wäre. Äste schienen nach ihr zu greifen zu wollen. Marie störte es nicht. Sie stand geschützt im Lichte ihres Herrn und Erlösers. Marie betete weiter. Nach mehreren Minuten tat sich der Himmel auf. Wunderschöne Engel von lieblicher Musik begleitet, schwebten hernieder, ergriffen die zwei sich liebenden Seelen und erhoben sich mit ihnen in Begleitung der weißen Frau. Marie blickte ihnen freudig nach, bis sie verschwanden. Eine plötzliche Angst beschlich Marie. Waren die Kreaturen noch da? In jenem Moment erschien eine strahlende Gestalt vor ihren Augen. „Hab keine Angst, ich bin bei dir“, flüsterte eine sanfte Stimme. „Ich bin dein Engel, von meinem Herrn und König gesandt.“ Marie war erleichtert. Jede Furcht wich von ihr. Die teuflischen Wesen verschwanden, schon von jenem Moment, als die Engel erschienen, um die weiße Frau mit ihrer Tochter und den jungen Mann in den Himmel zu holen. Marie ging glücklich nach Hausen, von ihrem Engel behütet. Dieses Erlebnis im Walde mit der weißen Frau war keine wahre Begebenheit der Marie.

In Wirklichkeit ist die Brandenburg ein idyllischer Ort, umgeben von Wald und Wiesen. Die Burg befindet sich in Thüringen zwischen Lauchröden und Göringen, nicht weit von Eisenach.

Es ist fraglich, ob das Geisterfräulein noch auf der Burgruine ist, denn laut Sage soll sie sich dort aufhalten. Die Werra fließt unterhalb der Burg entlang. Alle zwei Jahre finden auf der Brandenburg Ritterspiele statt.

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