Herbstliches

Wie Bleikristalle hängen in den Zweigen
die Raureiftropfen der Septembernacht.
Die Nebelschleier tanzen ihren Reigen
bis sie zur kühlen Morgensonne treiben,
die herbstlich trüb am Horizont erwacht.

Der graue Tag, der öffnet seine Augen,
die ohne Glanz und ohne Wärme sind.
Im Blätterbunt der Reben hängen Trauben,
die letzten Glanz der Sonnenstrahlen rauben,
bis überreif sie fallen im Septemberwind.

Die Herbstzeitlosen streuen blaue Flecken
ins Gelb und Rot des goldigbraunen Hains.
Der Winter naht; doch aus der Reben Hecken,
wo honigsüß die Trauben sich verstecken,
fließt bald des Baccuss lebensvoller Wein.

Christa Schreiber

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