Gedicht an die Eltern

Das Kind, das tötet virtuell, es ist ein Spiel und geht recht schnell,
mit einer Hand am rechten Knopf, fällt auf dem Schirm gar mancher Kopf.

Es tut nicht weh und ist bequem, vom Sessel aus in dem es lehnt.

Es riecht kein Fleisch was es verbrennt, es sieht kein Glied was nicht mehr hängt,
am Körper, der nicht seiner war, und erst viel später wird ihm klar.

Es ist ein Spiel aus Kindertagen, was sie „spielen“ und das in Scharen,
es ist der Krieg, der heut geschieht, in dem der Mensch sich selbst besiegt.

Die Seelenwunden nicht verheilen, die sie sich zugefügt mit geilen,
Spielen von einst ­– heut Wirklichkeit – sind,
mit der Drohne zu töten, gar manches Kind.

Thomas Brinkhoff

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